
danke.gut. frei nach Elfriede Jelinek („Krankheit oder moderne Frauen“)
PREMIERE 17.2.2026
Ein fast klaustrophobischer Frauenraum. Fünf Körper, fünf Stimmen – und doch nur eine Frau.
In danke.gut., dem Abschlussstück der Abschlussklasse der Schauspielschule Bühnenstudio, prallen Begehren, Selbsthass, Körper und Sprache ungebremst aufeinander.
Die Männer fehlen auf der Bühne – und sind doch allgegenwärtig. Als internalisierte Stimmen wirken sie fort: Normen, Erwartungen, Gewalt und romantische Fantasien haben sich in den Frauen eingenistet. Was entsteht, ist kein Dialog zwischen Geschlechtern, sondern ein monologischer Chor weiblicher Selbstzerlegung. Liebe ohne Gegenüber. Sexualität ohne Erlösung. Identität ohne Ausweg.
Das Stück seziert mehr, als dass es konfrontiert. Weniger Anklage, mehr Autopsie.
Fünf Spielerinnen verkörpern fünf Facetten ein und derselben Frau – fragmentiert, widersprüchlich, schonungslos ehrlich.
Eine intensive theatrale Collage von ca. 60–80 Minuten, ohne Pause.
Mit:
Antonia Bangemann
Charlotte Kops
Lara Talea Girao Rosado Caetano
Linda Müller
Mio Mio
Regie: Samieh Jabbarin
Regieassistenz: Recha Lambio
Choreographie: Swanhild Kruckelmann
Musik: Thomas Pfeffer, Flo Din
Foto: Kseniya Krymova
Weitere Vorstellungen: 18.2.–22.2. & 25.2.–1.3.
Zeiten: Mo–Sa 20 Uhr · So 16 Uhr
Ort: Medienbunker, Feldstraße 66, 20359 Hamburg
Dank und Kontext zur Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit mit Regisseur Samieh Jabbarin geht auf eine erste gemeinsame Produktion im Rahmen der Embassy of Hope zurück, die am Thalia Theater in der Gaußstraße stattfand. Diese Erfahrung war für uns eine große Bereicherung – im Austausch, im gemeinsamen Denken und im Erleben eines konzentrierten, solidarischen Arbeitsprozesses.
Aus dieser Begegnung entstand der Wunsch, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Umso mehr freuen wir uns, dass Samieh Jabbarin die Regie für das Abschlussstück übernommen hat. Seine Arbeit ist geprägt von dem Anliegen, in Menschen etwas anzuzünden: das eigene künstlerische Feuer freizulegen, Eigenständigkeit zu stärken und Räume zu öffnen, in denen Ausdruck entstehen kann. Diese Haltung hat den Probenprozess entscheidend beeinflusst.
Die inhaltliche Grundlage von danke.gut. bildet Elfriede Jelineks „Krankheit oder moderne Frauen“. Ausgehend von diesem Text wurde das Material im Probenprozess weiterentwickelt, neu geschrieben und in eine eigenständige Form überführt. Daraus ist eine neue Arbeit mit eigenem Titel entstanden, die sich frei auf Jelinek bezieht, ohne den ursprünglichen Text abzubilden.
Darüber hinaus ist Samieh Jabbarin eine sinnliche Person mit einem feinen Gespür für Körper, Atmosphäre und Zwischenräume. Er versteht es, eine Gruppe zusammenzuführen, unterschiedliche Energien zu bündeln und einen gemeinsamen Fokus entstehen zu lassen. Gerade in der Arbeit mit einem Abschlussjahrgang erweist sich diese Qualität als tragend: Sie schafft Vertrauen, Klarheit und eine gemeinsame Bewegung.
Der Jahrgang hat sich – so die Regie – mit Blut und Schweiß in diesen Prozess geworfen. Mit großer Hingabe, Ausdauer und innerer Entschlossenheit wird hier gearbeitet und gekämpft: für Genauigkeit, für Wahrhaftigkeit und für das gemeinsame Ziel, eine Premiere auf die Bühne zu bringen, die getragen ist von Mut, Intensität und künstlerischer Konsequenz.